Veröffentlicht 23. Mai 2026

Die komplette Geschichte von GTA (Teil 3): Die HD-Ära

Der letzte Teil unserer Artikelserie zu Grand Theft Auto beschäftigt sich mit der HD-Ära, die die Reihe zum globalen Phänomen machte. Werfen Sie einen Blick in das rau-schmutzige Liberty City von GTA IV, auf den Rekord-Erfolg von GTA V, auf den Start von GTA Online – und auf den Weg zum lang ersehnten GTA VI.

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Die komplette Geschichte von GTA (Teil 3): Die HD-Ära

Nach zwei Artikeln voller Gangs, neonbeleuchteter Straßen, Verrätern, Mobstern und Revolutionen in offenen Welten geht unsere Serie zu Grand Theft Auto zu Ende. Diesmal schauen wir auf die Phase, die Rockstar endgültig unter die größten Schwergewichte der Spielebranche katapultierte. Die HD-Ära ist da. Eine Ära, in der GTA vom riesigen Sandbox-Spaß zu einem echten technischen Phänomen wurde. Ein gesellschaftlicher Kommentar. Eines der größten Popkultur-Franchises der Welt.

Liberty City wirkte nicht mehr wie eine Karikatur von New York, sondern wie eine lebendige Stadt voller Menschen, Chaos, Regen, Dreck und Geschichten. Los Santos wurde derweil zu einem digitalen Disneyland für Erwachsene: morgens Bank ausrauben, nachmittags Golf spielen und abends in einem Online-Lobby voller fliegender Motorräder und kompromissloser Chaos-Ausschläge landen. GTA IV, GTA V und GTA Online waren nicht einfach nur eine weitere Station einer erfolgreichen Reihe. Sie waren Spiele, die ganze Spieler-Generationen prägten – und die Wartezeit auf GTA VI absurd lang werden ließen.

Unbedingt auch den ersten und den zweiten Teil unserer GTA-Geschichtsserie lesen – von den Anfängen bis in die Gegenwart.

Grand Theft Auto IV
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Grand Theft Auto V
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Grand Theft Auto V: Premium Online Edition
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Grand Theft Auto IV (2008)

Als Grand Theft Auto IV auf den Markt kam, war sofort klar: Diesmal wollte Rockstar nicht mehr Chaos erschaffen, sondern eine glaubwürdigere Welt. Die vier langen Entwicklungsjahre waren im fertigen Produkt sofort spürbar. Liberty City wirkte nicht mehr wie ein Arcade-Spiel voller cartoonhafter Figuren, sondern wie eine rohe, digitale Version von New York – in der jedes Viertel seine eigene Atmosphäre, seinen eigenen Puls und seine eigene Identität hatte.

Der neue RAGE-Engine (die RenderWare ablöste) ermöglichte realistischeres Licht, Physik und Animationen. Dadurch fühlten sich Autos endlich massiver an und deutlich unberechenbarer, Schießereien wurden intensiver und die Stadt selbst reagierte natürlicher denn je auf den Spieler. Passanten suchten bei Regen Schutz, stritten sich auf den Straßen, telefonierten – oder liefen einfach nach einem weiteren verkorksten Arbeitstag müde nach Hause. Rockstar schuf damit eine Stadt, die sich wie ein lebendiger Organismus anfühlte.

Gleichzeitig war das komplette Spiel viel stärker auf eine persönliche Story gebaut als die bisherigen Ableger. Der Protagonist Niko Bellic kommt nicht als selbstbewusster Gangster in Amerika an, der sich nach Luxus sehnt – sondern als Mann, der vom Krieg und von seiner eigenen Vergangenheit gezeichnet ist. Als er begreift, dass die Versprechen seines Cousins von einem perfekten Leben nur eine Illusion waren, rutscht er langsam in eine Welt aus Mafia, Schulden, Gewalt und korrupten Organisationen (russische Gangster, die italienische Mafia und sogar das FBI).

GTA IV legte den Fokus stärker auf die Ernüchterung über den American Dream als auf Satire. Die Figuren wirkten realistischer, die Dialoge geerdeter – und die Entscheidungen des Spielers wogen deutlich schwerer. Dazu trug auch ein starkes Voice-Cast bei, mit Namen wie Samuel L. Jackson (erneut) und vielen weiteren bekannten Schauspielern. Niko selbst wurde dadurch sehr schnell zu einem der ikonischsten Protagonisten der gesamten Reihe.

Fun Fact #1: Zum Release landete Grand Theft Auto IV unter den bestbewerteten Spielen aller Zeiten und dominierte weltweit Reviews mit einer Wertung von 98%. Rockstar steckte rund 100 Millionen US-Dollar in Entwicklung und Marketing, doch das Spiel übertraf diese Summe fast sofort – und machte am ersten Tag allein mehr als 310 Millionen US-Dollar Umsatz.

Auch den Sandbox-Teil von GTA hatte Rockstar nicht vergessen. Spieler konnten sich die Zeit zum Beispiel mit Bowling, Billard, Internet-Cafés, Fernsehen vertreiben – oder Beziehungen zu Nebenfiguren aufbauen, die später bei Missionen halfen. Eine weitere große Neuerung war der Online-Multiplayer, bei dem Liberty City zu einem riesigen Spielplatz mit kompetitiven Spielmodi wurde. Das Spiel brach praktisch sofort nach dem Release Rekorde, bekam extrem hohe Wertungen und bestätigte ganz eindeutig: Rockstar macht nicht länger nur kontroverse Actionspiele, sondern Projekte, die in der Lage sind, die gesamte Gaming-Branche zu beeinflussen.

Als wäre das nicht schon lange klar gewesen? Die späteren Erweiterungen Grand Theft Auto IV: The Lost and Damned und Grand Theft Auto IV: The Ballad of Gay Tony zeigten Liberty City dann aus ganz anderen Blickwinkeln – vom heruntergekommenen Biker-Untergrund bis hin zum komplett überdrehten Nachtleben voller Drogen, Clubs und Reichtum. Ein Kunstwerk als Spiegel der Gesellschaft.

Fun Fact #2: Zum Release sprengte GTA IV Rekorde in der gesamten Entertainment-Industrie. Innerhalb der ersten 24 Stunden wurde es zum schnellstverkauften Spiel seiner Zeit und stellte den Rekord für die höchsten Tageseinnahmen unter allen Entertainment-Produkten auf. Bis zum Ende der ersten Woche hatte das Spiel bereits rund eine halbe Milliarde US-Dollar eingespielt.

Grand Theft Auto IV
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Grand Theft Auto V & GTA Online (2013)

Mit dem Release von Grand Theft Auto V im Jahr 2013 war Rockstar nicht mehr einfach nur ein gewöhnliches Spiele-Studios. Jede neue GTA-Ausgabe wurde zum globalen Ereignis – und der fünfte Teil katapultierte diesen Status auf ein neues Level. Los Santos und die umliegende Blaine County schufen die größte und detailreichste Welt, die es in der Reihe bis dahin gab. Von Luxus-Vierteln, die an Los Angeles erinnern, bis zu Wüsten, Bergen, Militärbasen und heruntergekommenen Motels mitten im Nirgendwo.

Die Welt wirkte auf einmal lebendiger, dynamischer und noch mehr auf gedrehter Weise absurd. Rockstar packte die Stadt mit einer riesigen Menge Satire, TV-Shows, Werbespots, Websites und Details voll – vieles davon entdeckten Spieler sogar noch Jahre nach dem Release. Das Gameplay spielte sich deutlich flotter als in GTA IV: Autos ließen sich mehr wie Arcade-Fahrzeuge steuern, und die Action selbst war schneller, cineastischer und leichter zugänglich.

Fun Fact #1: Grand Theft Auto V fand sich schon direkt nach dem Release 2013 in den Guinness World Records wieder. Mehr als 11 Millionen Exemplare wurden innerhalb der ersten 24 Stunden verkauft, und dem Spiel gelang es, unglaubliche 815 Millionen US-Dollar einzuspielen. Insgesamt hält das Spiel 7 Guinness-Weltrekorde.

Die größte Veränderung war jedoch die Drei-Protagonisten-Struktur. Michael, Franklin und Trevor standen für drei völlig unterschiedliche Perspektiven auf die kriminelle Unterwelt – und Rockstar erlaubte es den Spielern, zwischen ihnen praktisch jederzeit zu wechseln. Michael war ein ausgebrannter Ex-Raubüberfall-Täter, der im Luxus lebt. Franklin versuchte, aus dem Leben eines Street-Gangsters auszubrechen – und Trevor verkörperte puren Wankelmut, Unberechenbarkeit und Chaos.

Es war die Kombination dieser Figuren, die der Story ihren einzigartigen Rhythmus und ihre Energie gab. Denn das Spiel wechselte ständig den Ton: von dramatischen Momenten über zynischen Humor bis hin zu komplett absurdesten Situationen. Groß angelegte Heists spielten außerdem eine große Rolle in der Kampagne: Dort wählten Spieler den Ansatz, die Teammitglieder und die Ausführung der gesamten Aktion – wodurch sich GTA V oft wie ein interaktiver Hollywood-Blockbuster anfühlte.

Doch GTA Online hatte am Ende sogar noch einen größeren Einfluss als die Kampagne selbst. Was anfangs nur nach einem Multiplayer-Add-on klang, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem der größten Online-Phänomene der Videospielgeschichte. Spieler bauten sich ihren eigenen Charakter auf und starteten ganz unten – mit nur wenig Geld, ohne Respekt und ohne Luxus.

Rockstar erweiterte die Welt von Los Santos dagegen kontinuierlich: mit neuen Missionen, Heists, Fahrzeugen und ganzen Story-Arcs. Der Wendepunkt kam dann mit den großen Heists, die endlich koordinierte Teamaktionen einführten und den Online-Modus zu einem vollwertigen Erlebnis machten. Nach und nach kamen Motorrad-Gangs, Schmuggel, Casinos, Nachtclubs und immer absurdere futuristische Gadgets hinzu – darunter fliegende Motorräder und bewaffnete Fahrzeuge.

Fun Fact #2: GTA V wurde außerdem zum umsatzstärksten Entertainment-Produkt der Geschichte. Es übertraf die Marke von 1 Milliarde US-Dollar bereits nach drei Tagen – und zog damit zu dem Zeitpunkt Filme, Musik und andere Videospiele ab.

Gleichzeitig erkannte Rockstar schnell: GTA Online ist nicht länger ein klassisches Spiel, sondern ein langfristiger Service. Dank ständiger Updates und Microtransactions konnte sich Los Santos über mehrere Konsolengenerationen hinweg halten und eine riesige Community über mehr als ein Jahrzehnt bewahren. Für manche Spieler ist Online ein Ort für tägliche Unterhaltung; für andere ist es ein zweites, virtuelles Leben – dank populärer Roleplay-Server.

Genau der Erfolg von GTA Online hat die Zukunft der gesamten Reihe deutlich beeinflusst – und erklärt im Wesentlichen auch, warum Fans so lange auf das nächste große Hauptspiel warten mussten. Los Santos ist nie wirklich gestorben, und Rockstar hat es einfach nie aufgehört weiter auszubauen.

Grand Theft Auto V
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Grand Theft Auto VI (2026)

Nach Jahrzehnten, in denen Grand Theft Auto Open-World-Spiele neu definiert, technische Grenzen nach vorn geschoben und regelmäßig für Kontroversen und massiven Hype gesorgt hat, steuert die Reihe auf einen weiteren großen Meilenstein zu. Die Wartezeit auf Grand Theft Auto 6 zieht sich inzwischen über ganze dreizehn Jahre – und in der Zwischenzeit ist es vielleicht zu dem am meisten erwarteten Gaming-Projekt der modernen Ära geworden.

Diesmal kehrt Rockstar nach Vice City zurück – in einer modernen Version von Miami, wo sich die Story um das Duo Lucia und Jason drehen wird. Das erinnert an ein Bonnie-und-Clyde-Gefühl für die heutige Zeit. Die Entwicklung wurde von massiven Leaks, Spekulationen und unzähligen Internet-Theorien begleitet – doch nun endet die endlose Wartezeit endlich. Und wenn Rockstar die Grenzen wieder so weit verschiebt, wie es bereits mit GTA III, GTA IV und GTA V getan hat, dann steht der Gaming-Branche ein weiterer Moment bevor, über den man noch Jahre sprechen wird. GTA 6 haben wir in einem separaten Artikel ausführlich behandelt.

Fazit & wie geht’s weiter?

Heute ist Grand Theft Auto längst mehr als nur eine Reihe von Spielen darüber, Autos zu klauen und der Polizei davon zufahren. Es ist ein Markenzeichen, das den Open-World-Genre seit drei Jahrzehnten prägt, technische Grenzen nach vorn geschoben hat und sich dabei trotzdem ständig an die Zeiten angepasst hat, in denen es entstanden ist. Von den chaotischen 2D-Anfängen über die revolutionäre 3D-Ära bis hin zur realistischen, cineastischen HD-Phase hat Rockstar immer wieder gezeigt: GTA geht nicht nur um Freiheit in einer offenen Welt – sondern auch um einen satirischen Blick auf Gesellschaft, Medien, den American Dream und nicht zuletzt auf die Spieler selbst.

Jede Ära brachte etwas Eigenes mit. GTA III hat moderne Sandbox-Spiele neu definiert; Vice City und San Andreas wurden zu kulturellen Ikonen ihrer Zeit; GTA IV bewies, dass die Reihe dunkler und persönlicher sein kann; und GTA V hat zusammen mit GTA Online ein Phänomen geschaffen, das ganze Generationen von Konsolen umfasst. Kaum eine andere Spielereihe schafft es, so lange relevant zu bleiben – und gleichzeitig darauf zu bestehen, dass sich jeder neue Teil wie ein Ereignis anfühlt, über das das gesamte Internet spricht.

Schau dir an: Alles, was du über GTA 6 wissen musst, bevor es erscheint.

Und jetzt stehen wir kurz davor, den nächsten Abschnitt aufzuschlagen. Nach Jahren des Wartens fühlt sich GTA VI wie ein weiterer großer Meilenstein an, der die Regeln des Spiels vielleicht erneut verändern könnte. Wie die Zukunft der Reihe auch aussehen mag – eines ist heute sicher: Grand Theft Auto hat längst nicht nur Geschichte geschrieben. Es ist inzwischen fester Bestandteil der modernen Popkultur.

Verpasse nicht die ersten und die zweiten Artikel zur Geschichte der Grand-Theft-Auto-Reihe.

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